Konzept

Das Horsevision Natural Leadership und Natural Riding Programm kann als eine Methode beschrieben werden, die mittels eines modularen Systems zwischen Mensch und Tier eine gemeinsame Kommunikation und eine positive, emotionale Bindung herstellt. Das beinhaltet für den Menschen das Erlernen der komplexen Kommunikationstechniken der Pferdesprache, welche durch Beobachtung und Erforschung von Wildpferden bekannt wurde. Diese Pferdesprache stellt die Basis für den Aufbau einer Partnerschaft zwischen Mensch und Tier dar.

Der Mensch

Das Hauptanliegen des Konzeptes ist es, den Menschen dahin zu unterweisen, dass er selbst in der Lage ist, mit jedem Pferd in kurzer Zeit eine Verbindung herzustellen, die nicht ausschließlich von Dominanz, sondern viel mehr von Vertrauen, Respekt und Kameradschaft (Partnerschaft) geprägt ist. Er/Sie soll lernen zu denken und zu empfinden wie ein Pferd.

Der Mensch muss das Herz des Pferdes erobern, indem er zuerst sein Herz geöffnet und sich die Kompetenz geschaffen hat, die Herzen von Mensch und Pferd zu verbinden. Dies ist der wahre Schlüssel zur Einheit zweier Wesen, die mit der physischen Verbindung auch die mentale und emotionale Verbindung herstellen. ( Film Avatar)

Sodass in den schlimmsten Momenten, in denen das Pferd nur mehr die Flucht suchen möchte, es trotzdem seinem Leader (Menschen) vertraut, und bei ihm die selbe Geborgenheit findet, wie in der Herde. Daher beurteilen Pferde Menschen nicht nach ihrem Aussehen oder gar ihren reiterlichen Künsten, sondern wollen in erster Linie einem mental starken Wesen folgen, dass ihnen Schutz bieten kann. Ist dies der Fall bauen sie eine starke emotionale Bindung auf, die ihrerseits aus Respekt, Liebe und Gefolgschaft (Gehorsamkeit eines Hengstes) besteht.

All das mag auch Ziel konventioneller Methoden sein, da die Urväter der europäischen klassischen Reiterei wie Robinchon de La Guérinière, dies nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt haben. Die heutige Praxis sieht wohl anders aus, da weder die Pferde und schon gar nicht die Menschen die nötige Zeit einer fundierten und langjährigen Ausbildung erhalten. Time is money beherrscht die Pferdeindustrie, und schlechte Vorbilder machen den Rest.

Ein gutes Vorbild schien mir Tom Dorrance, der mit seinem Bruder Bill das erste Natural Horsemanship Konzept entwickelte. Er sagte: "The thing you are trying to help the horse do is to use his own mind. You are trying to present something and then let him figure out how to get there." ( in deutsch: Versuche deinem Pferd einfach zu helfen, seinen Kopf einzuschalten.- Lass es denken - Schlage ihm etwas vor und lass es selber überlegen, wie es diese neue Herausforderung schafft.)

Über Natural Horsemanship meinte er: "When people think of natural horsemanship that could mean a lot of things. It isn’t natural for a horse to be around people, and it’s not natural for a person to be sitting on him either. When we use these words we speak about what’s natural for the horse to do within his own boundaries." (in deutsch: Wenn Menschen an Natural Horsemanship denken, meinen sie damit die unterschiedlichsten Dinge. Es ist weder natürlich für Pferde sich unter Menschen aufzuhalten, noch ist es natürlich das ein Mensch auf einem Pferd sitzt. Wenn wir den Begriff verwenden, sprechen wir darüber was natürlich ist für ein Pferd innerhalb seiner eigenen Rasse.)

Das Tier

Denkt der Mensch wie ein Pferd und kann er die Sprache des Pferdes im Training einsetzen, ist es seine Aufgabe das Pferd am Boden auf die gemeinsame Kommunikation im Sattel mit den Händen, Beinen und den Gewichtshilfen vorzubereiten, indem er gezielt den Oppositionsreflex des Pferdes an allen entscheidenden Stellen des Pferdes wegprogrammiert.

Der Opppositionsreflex ist ein instinktiver Reflex des Pferdes gegen ein angreifendes Raubtier. Es erzeugt einen Gegendruck gegenüber dem Angreifer , damit dieser nicht in der Lage ist ein großes Fleischstück rauszureißen, sondern auf Grund des Druckes auf die Schnauze loslässt, um mit einem gezielten Tritt der Hinterhand abgewehrt zu werden.

Wir selbst haben alle diesen Reflex schon am eigenen Körper erfahren, wenn uns ein junges Pferd auf den Fuß trat, und wir auf ein Wegschieben unsererseits nur den Gegendruck des Pferdes erhalten haben. :)

Diesen Reflex hat das Pferd am ganzen Körper: wie am Kopf, Hals, Brust, Flanke und auch im Maul. Um ein leicht reagierendes und gelöstes Pferd zu erhalten, müssen diese Stellen umprogrammiert werden, damit ein Druck von 50g eine Seitwärtsbewegung auslösen kann und das Pferd sich ohne Scheu an die Zügel stellen läßt, weil es den Zügel als Instrument der Kommunikation und nicht des Zwanges kennt. Dies ist die Leichtigkeit von der die Klassische Reitweise spricht.

Weiters hat der Mensch für eine angenehme und stressfreie Trainingssituation zu sorgen, da Pferde innerhalb eines solchen Trainingsprozesses doppelt so schnell lernen, wenn man danach trachtet, sie weder physisch noch psychisch zu überfordern. Denn es braucht die Zeit, die es braucht.