Philosophie

Das Pferd als Wesen von Kraft, Schönheit und Eleganz verzaubert seit Jahrtausenden den Menschen und niemand kann sich wirklich ihrer Ausstrahlung entziehen. Daher ist es umso verständlicher, wenn viele Pferdeliebhaber Geld, Zeit und ihr Herz investieren und sogar Verletzungen in Kauf nehmen, um nur mit einem Pferd zusammen zu sein.

Damit diese Partnerschaft von Freude bestimmt ist, sollte man sich die Zeit nehmen, um seinen Partner Pferd am Boden kennen zu lernen, bevor man sich im Sattel in den Sport und in die Freizeit stürzt.

Nach vielen erfahrungsreichen Jahren wird mir immer bewusster, dass die Begegnung mit einem Pferd genauso karmisch ist wie mit einem Menschen, denn Pferde haben als Spiegel unserer Persönlichkeit die Chance uns zu lehren, uns zu verfeinern, sensibler zu machen in unserer Kommunikation und uns Kraft zu geben für unseren Lebensweg.

Diese Möglichkeit gilt es zu nutzen und am Boden Auge in Auge zu einer einheitlichen Sprache zu finden, in der Anspannung, Wut, Angst oder Frustration keinen Platz haben. Nur so können wir zum Herzen unseres Pferdes vordringen, indem wir gemeinsam Aufmerksamkeit (Achtung), Respekt (Wertschätzung) und Vertrauen (Liebe) entwickeln.

Ich habe mehr und mehr erkannt, dass jeder Pferdemensch nicht nur die oberflächliche Kommunikation der natürlichen Hilfengebung, Zeichen- und Drucksprache lernen muss, um ein besserer Reiter zu werden, sondern er muss auch ein besserer Mensch werden, der fähig ist zuzuhören.

Nicht jeder wird sofort das Talent zu Tierkommunikation haben und hellhörig sein, um die Gedanken des Pferdes zu erspüren, doch still werden und in sich selbst hineinzufühlen kann jeder. 

Nur wer gelernt hat in sich Stille zu erschaffen, ist ein guter Zuhörer und kann sich selber und seinen Lehrmeister "Pferd" besser verstehen. 

...dort in der inneren Stille wird er dem wahren Wesen seines Pferdes begegnen!

Der wahre Leader zeichnet sich durch innere Überzeugung und mentale Stärke aus. Je mehr wir uns davon am Boden erarbeiten, desto stärker wird die Verbindung zu unserem Pferd und drückt sich im Follow Up aus, in dem unser Pferd uns Schritt für Schritt in allen Gangarten ohne Führseil nachfolgt.

Dabei können uns Techniken und Ausrüstungen unterstützen, aber entscheidend ist immer unsere Einstellung, die uns zum Ziel führt:

Einen vierbeinigen Partner zu gewinnen, der unsere Gegenwart genauso schätzt wie wir seine, und der von uns als Leader überzeugt ist.

Ein nur auf seine Funktion als Reitpferd reduziertes Tier, ist meist kein Partner, sondern oft nur ein Sklave der Befehle ausführt, dessen Leistungen dem Menschen zwar zu Anerkennung und Geld gereichen, aber durch ihre Leere und Ausdruckslosigkeit niemanden erfreuen.

Im weiteren Aufbau unserer Partnerschaft übertragen wir unser Leadership in den Sattel. Wir lernen mit unserem Pferd mit allen Sinnen und Muskeln zu reiten. So wird aus Krampf Harmonie und eine faszinierende Einheit entsteht durch Sicherheit und Verbundenheit. Die wichtigen Dinge wie der Takt (Entspannung), die Leichtigkeit, die Anlehnung, der Schwung (Impulsion), das Gleichgewicht, die Geraderichtung und schließlich die Versammlung lassen sich Schritt für Schritt erarbeiten, weil wir mit unserem Partner Pferd nicht kämpfen, sondern im Gespräch stehen.

Ab nun ist der Weg bereitet für eine lange und schöne Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd: Egal wohin der gemeinsame Weg gehen mag, ob Leistungssport und Turnier oder ab in die Freizeit mit Spaß an der gemeinsamen Bewegung. Die Beziehung mit einer gemeinsamen Sprache ist die Basis für die Zukunft.

...um zu einer Einheit zu werden.